Karl Bub, elektrische Autobahn,1953 - 1955

Der Motorsport ist ein wesentliches Merkmal unserer Zeit, und Autofahren ist für den Menschen von heute beinahe ebenso selbst-verständlich wie das Radfahren für die vergangene Generation.“

Dieser einleitenden Satz der Bedienungsanleitung der elektrischen Autobahn von Bub gilt wohl heute noch genauso wie damals, 1953, als diese Bahn erstmals auf der Nürnberger Spielwarenmesse vorgestellt wurde.

Karl Bub gilt als einer der sehr traditionsreichen Namen deutscher Spielzeugfertigung. Gegründet 1851 in Nürnberg, nahm die Ent-wicklung von mechanischem Spielzeug über Artikel mit Uhrwerks-antrieb bis hin zum elektrischen Spielzeug seinen Lauf, auch bis zu der heute als sehr selten geltenden elektrischen Autobahn.

Diese Autobahn darf aus heutiger Sicht durchaus als Vorreiter des heutigen Slotracing gelten. Die Idee, die Autos in einem Schlitz zu führen, war damals zwar keine exklusive Innovation – z. B. hatte Märklin einen vergleichbaren Prototypen schon 1937 entwickelt - aber diese Autobahn kam als erste mit diesem Prinzip in den freien Handel. Das diese Art der Spurführung einmal die Grundlage für elektrische Autorennbahnen werden würde hatte damals wohl niemand geahnt. Vielmehr war die Autobahn als Ergänzung zu der viel weiter ver-breiteten Eisenbahn gedacht. Heute ist man sich sicher, dass die Fertigung und der Vertrieb dieser außergewöhnlichen Bahn in die Jahre 1953 bis 1955 fällt, also noch vor dem erscheinen von VIP und Scalextric aus England.

Das Auto ist optisch relativ einfach gehalten und aus Bakelite gefertigt. Bekannt sind 3 Farbvarianten: rot-braun, schwarz und dunkelgrün.   Die Stromaufnahme erfolgt seitlich im Bahnschlitz und der Wagen wird zusätzlich durch einen Stift im hinteren Teil des Chassis in der Spur gehalten. Die Schiene hat ein nicht-leitendes Trägermaterial aus festem Karton und 2 darauf befestigte Blechhälften.

Trotz dieser zur damaligen Zeit revolutionären Idee und weiterer Versuche, sich auch im Eisenbahnsektor durch Einführung anderer Spurweiten (S und HO) weiter zu etablieren, war der Weg in die Insolvenz nicht aufzuhalten. Aus heutiger Sicht ist diese Entwicklung gerade in den vom wirtschaftlichen Aufschwung geprägten 50‘er Jahren doch erstaunlich.

"Motorsport is a key feature of our time, and driving is almost as natural to today's people as cycling for the past generation."
 

This introductory sentence of the user manual of the electric model track of Bub probably still applies today as it did back then, in 1953, when this track was presented for the first time at the Nuremberg Toy Fair.

Karl Bub is one of the very traditional names of German toy manufacture. Founded in 1851 in Nuremberg, the development of mechanical toys on articles with clockwork drive up to the electric toy took its course, even up to the now considered very rare electric model track.

From today's perspective, this track may well be seen as a pioneer of today's slot racing. The idea of ​​driving the cars in a slot was not an exclusive innovation at the time - for example Märklin had already developed a similar prototype in 1937 - but this toy was the first to become comercial with this principle. Nobody would have guessed at the time that this kind of tracking would become the basis for electric car racing tracks. Rather, the track was intended as a supplement to the much more widespread railroad. Today, it is certain that the production and distribution of this extraordinary orbit fall in the years 1953 to 1955, so even before the appearance of VIP and Scalextric from England.


The car is visually kept relatively simple and is made of Bakelite. Three color variants are known: red-brown, black and dark green. The power is taken from the side in the rail slot and the car is also held by a pin in the rear of the chassis in the lane. The rail has a non-conductive carrier material of solid cardboard and 2 halves of sheet metal fastened thereon.


Despite this revolutionary idea at the time and further attempts to establish itself further in the railway sector by introducing other gauges (S and HO), the path to insolvency was unstoppable. From today's point of view, this development is astonishing, especially in the 1950s, which was characterized by the economic upswing.

 

Sicherlich hat die gesamte deutsche Industrie in den 40’er Jahren unter der zwangsweisen Umstellung zur Produktion von Kriegsgerät schwer gelitten. Die Frage, die sich ggf. stellt, ist, inwieweit oder wie deutlich sich die Eigner gegenüber der damaligen Politik des deutschen Reiches positioniert haben. Wurde sie unter den damals gegeben Umständen geduldet oder wurde sie aktiv unterstützt. Ob die Entnazifizierung der Nachkriegsjahre in Deutschland im Hinblick auch auf industrielle Größen einen Einfluss auf die Marke Bub gehabt haben könnte, bleibt natürlich Spekulation. Denkbar ist aber, dass die Marke Bub in dieser Nachkriegszeit einfach gemieden wurde, um sich nicht weiter mit der fatalen deutschen Politik in Verbindung zu bringen. Falls Werbung wie die hier abgebildete aus dem Jahr 1943 in die Hände der Besatzungsmächte gelangt sein sollte, würde es eventuell auch erklären, warum z. B. auch die Einführung der bei den Amerikanern so beliebten Eisenbahnspur S zu keinem Erfolg führte. Wie gesagt, es ist alles sehr spekulativ, denn auch die Marke Märklin war nachweislich bis in die höchsten Führungsebenen des NS Regimes verbunden (s. Hermann Göring, Carinhall).

 

 

Reklame “Qualitätsspielzeug Karl Bub, Nürnberg”, veröffentlich 1943, auf S.2 der Ausgabe 4 der Zeitschrift „Das Spielzeug“, erschienen im „Verlag Deutsche Spielwaren Zeitung, Pössneck“

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Advertisement "Quality Toys Karl Bub, Nuremberg", published in 1943, on p.2 of issue 4 of the magazine "Das Spielzeug", published in "Verlag Deutsche Spielwaren Zeitung, Pössneck"
Certainly, the entire German industry in the 40'er years under the forced conversion to the production of war equipment suffered severely. The question that arises, if any, is to what extent or how clearly the owners have positioned themselves against the policy of the German Reich at the time. Was it  tolerated under the circumstances then given or was it actively supported. Whether the denazification of the post-war years in Germany could have had an influence on the brand Bub with regard to industrial sizes remains, of course, speculation. It is conceivable, however, that the Bub brand was simply shunned in this post-war period in order not to associate itself with the fatal German policy. If advertising such as the one shown here from the year 1943 should have come into the hands of the occupying powers, it might also explain why z. B. also led to the introduction of the popular with the Americans railroad track S to no success. As I said, it is all very speculative, because even the mark Märklin was demonstrably connected to the highest levels of management of the Nazi regime (see Hermann Göring, Carinhall).

Deckelbild der Schachtel, picture of box

Text auf der Rückseite des Deckels; text inside the box

Innenansicht zweier Boxen mit unterschiedlich farbigen Autos; view inside 2 boxes with different colored cars

Schiene Ansicht von oben, track view fron above

Schiene Ansicht von unten, track view from below

update 18.12.2021

 

Es konnte gerade eine weitere Variante zu den beiden schon bekannten Schachteln der BUB Autobahn gefunden werden.

Mir war bis dato nicht bekannt, dass es einen eigenen Trafo zu der BUB Autobahn gab. Diese Box ist deutlich höher als die anderen beiden, hat keinen Text innen im Deckelbild und inhaltlich auch keinen Knopf, über den die Stromzufuhr geregelt wird. Statt dessen ist ein BUB "Autobahn Trafo 1953" mit einem Schieberegler beigefügt. "Die Geschwindigkeitsregelung erfolgt durch Verschieben des Reglerknopfes", so steht es als Text auf dem Trafo. Damit war BUB nicht nur Vorreiter des heutigen Slotracing, sondern hat auch den ersten Geschwindigkeitsregler erfunden.

Im Vergleich die sehr seltene Box mit dem Autobahn Trafo 1953

Compare the very rare box with the 1953 Autobahn transformer

update 18.12.2021

 

Another variant of the two well-known boxes of the BUB Autobahn has just been found.

Up to now I was not aware that there was a separate transformer for the BUB Autobahn. This box is significantly higher than the other two, has no text on the inside of the lid and no button in terms of content to regulate the power supply. Instead, a BUB "Autobahn Trafo 1953" with a slider is attached. "The speed control is done by moving the control button", so it is written as text on the transformer. BUB was not only a pioneer of today's slot racing, but also invented the first speed controller.

 

 

Schachtel mit dem Autobahn Trafo 1953

Box with the Autobahn Transformer 1953

 

 

 Autobahn Trafo 1953

 

 

Autobahn Trafo 1953

Vergleich der Schachteln in der Höhe, rechts die mit dem Trafo 1953 als Inhalt

 

 

Die 3 bekannten Farben des Autos: schwarz, blau, rot

 

 

The 3 colors of the car: black, blue, red

 

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